Oktober/November 2026

Oktober/November 2026

Julia Wolff: Referenz und Resonanz
Malerei und Installation

Im Sinne einer fürsorglichen ästhetischen Praxis verarbeitet Julia Wolff Reste von Tierfellen, deren
Innenseite sie anstelle von Leinwänden bemalt. Im Fokus ihrer Arbeit steht ein behutsamer Umgang
mit dem Material, ohne es gänzlich zu vereinnahmen. Es entscheidet maßgeblich über Form,
Komposition und Detailgrad der Malereien und behält auf seiner Außenseite die individuelle
Geschichte seines tierlichen Ursprungs.
Die über dreißig eigens für die Ausstellung bei j3fm angefertigten Einzelarbeiten verbinden sich in
einer raumgreifenden Installation und brechen mit der Tradition rechteckiger Rahmung. Die
gezeigten Felle werden zum Träger von Bildwelten aus Popkultur und Kunstgeschichte. So entsteht eine Geschichte,
die sich aus Versatzstücken bestehender Erzählungen zusammensetzt.
Die Ausstellung lädt ein, Fragmente bekannter und weniger bekannter Motive der Kunstgeschichte wiederzuerkennen.
Das können Seherfahrungen sein, die wir uns zu eigen gemacht haben, oder von denen wir uns lieber abgrenzen.
So werden wir eingeladen zu fragen, welchen Stellenwert Bilder in unserem kulturellen Gedächtnis haben.
Brauchen wir Vorwissen, und wenn ja, wie viel davon, um Teile unserer eigenen Biographie in ihnen wiederzuerkennen?
Julia Wolff studierte Germanistik und Geschichte an der Leibniz-Universität und begann 2022 ein
Zweitstudium an der Hochschule Hannover mit dem Schwerpunkt Experimentelle Gestaltung, das
sie Anfang nächsten Jahres abschließen wird. Neben ihrem Studium arbeitet sie in der
Kunstvermittlung.
Einführung: Ralf Lohe

Ausstellungsdauer:
16.10.–15.11.2026
Öffnungszeiten:
Freitag 18.00–19.30 Uhr
Sonntag 14.00–16.00 Uhr

September/Oktober 2026

September/Oktober 2026

20 Jahre — 200 Positionen zur Kunst
Jubiläumsausstellung

Jeden 3. Freitag im Monat öffnet der Kunstraum j3fm die Vernissagen-Tür und lädt auf großzügigen 12 Quadratmetern zur Ausstellungseröffnung: Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, Grafik, Video, Performance …
200 Ausstellungen in den vergangenen 20 Jahren bedeuten auch die unterschiedlichsten Perspektiven und Positionen zur Kunst.
Die Jahresgaben unserer Künstlerinnen und Künstler füllen in einer großen Übersichtsschau die Wände unserer Galerie.
Mit der Vernissage dieser Ausstellung lädt j3fm zugleich zur großen Geburtstagsfeier ein.

Freitag, 18. September 2026
Los geht’s um 16.30 Uhr mit einer Kunst-Mitmachaktion für Groß und Klein. Das Künstlerpaar Reichardt/
Ragone präsentiert „Die mobile Druckwerkstatt“.
17.00 Uhr: Soloimprovisationen von Ulli Orth und Performance von j3fm, Grußworte von Susanne Stucke, Bezirksrätin, und Swantje Michaelsen, MdB.
18.00 Uhr: Festvortrag von Dr. Ute Maasberg mit anschließender Eröffnung der Ausstellung.
In den Abend hinein kunstvolles Feiern bei Musik, kleinen Gaumenfreuden und Wein!

Ausstellungsdauer:
18.9.–11.10.2026
Öffnungszeiten:
Freitag 18.00–19.30 Uhr
Sonntag 14.00–16.00 Uhr

Gefördert vom Bezirksrat Vahrenwald–List und dem Kulturbüro der Stadt Hannover

August/September 2026

August/September 2026

Rolf Blume: “FORM folgt der FORM“
Objekte + Assemblagen

Sie sind merkwürdig hybrid – ein Spiel mit dem Vertrauten, schon irgendwie Bekannten und gleichzeitig ein Moment der Verfremdung. In der Regel sind die Ausgangsmaterialien banal – Massenprodukte! Jeder kennt sie; erkennt sie hier auf Umwegen wieder. En Prozess des Ästhetischen!
Ein neuer Zusammenhang wird begründet – Dinge des Staunens und des Nicht-Begreifen-Könnens, wie Kurt Schwitters einmal sagte.
Ein tatsächlicher Mehrwert, dem man mit Recht das Prädikat „poetisch“ zubilligen könnte! Eine Art der Synthese, des Zusammenbringens von Verschiedenem, eigentlich nicht direkt Zusammengehörigen. Konstruktion und Destruktion sind dasselbe, die Form folgt der Form.
(Giso Westing, Auszug aus Katalog-Text, 2023)

Nachdem Rolf Blume bereits 2008 und 2010 bei j3fm beeindruckende Arbeiten gezeigt hat, erhält er nun anlässlich der aktuellen Ausstellung den Preis der j3fm-Vorstandsjury.

Vernissage: 21.8.2026   19.00 Uhr
Einführung: Giso Westing, Maler und Kunsttheoretiker Hannover
Ausstellungsdauer: 21.8. – 13.9.2026
Öffnungszeiten:
Freitag  18.00-19.30
Sonntag 14.00-16.00

Am Zinnoberwochenende (5.9./6.9.2026) ist die Ausstellung von 12.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.
Verleihung des Kunstpreises der j3fm-Vorstands-Jury 2026
Samstag, 05.09.2026, 17 Uhr
Alle sind herzlich auf ein Glas Sekt eingeladen!

Juli/August 2026

Juli/August 2026

Die Kunst bei j3fm macht Sommerpause, aber zu sehen gibt es dennoch etwas:
den 24-Stunden-Schaufensterschoner mit über 300 Ausstellungsfotos

Ab dem 17.07.2026 ist der Schaufensterschoner aktiv.

Und nach der Sommerpause eröffnen wir die Ausstellung unseres diesjährigen Preisträgers Rolf Blume.
Diese Ausstellung beginnt am Freitag, den 21.08.2026 um 19.00 Uhr.
Am 05.09./06.09.2026 heißt es wieder ZINNOBER.

Juni/Juli 2026

Juni/Juli 2026

Timo Hinkelmann – MADE IN …

In der Werkreihe „MADE IN …“ setze ich mich mit Fragen von Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit auseinander. Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Personalausweise von Menschen mit Migrationserfahrung – Dokumente, die normalerweise als offizieller Nachweis von Existenz, Herkunft und persönlicher Identität fungieren.

Die Ausweisfragmente werden collageartig in großformatige Leinwände eingearbeitet und mit Spachtelmasse, Farbschichten und monochromen weißen Überlagerungen verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, in denen Sichtbarkeit und Verdeckung permanent miteinander konkurrieren. Einzelne Details – Fotografien, Nummern, Namen oder Strukturen – treten hervor und verschwinden zugleich wieder im Material.

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Spurenträger. Der Personalausweis erscheint dabei nicht nur als bürokratisches Dokument, sondern als Symbol für Anerkennung, Kontrolle, Erinnerung und Zugehörigkeit. Durch die teilweise Überdeckung verlieren die Dokumente ihre ursprüngliche Funktion der eindeutigen Identifikation und verwandeln sich in fragile Fragmente persönlicher Geschichte.

Das Weiß der Arbeiten kann dabei unterschiedliche Zustände markieren: Schutzraum und Leerstelle, Auslöschung und Neubeginn, Unsichtbarkeit und Projektion. Die materiellen Schichtungen verweisen auf Prozesse des Ankommens, der Anpassung und der permanenten Aushandlung von Identität innerhalb gesellschaftlicher Räume.

„MADE IN …“ hinterfragt Herkunft nicht als feste Zuschreibung, sondern als komplexen, oft widersprüchlichen Zustand zwischen Erinnerung, Bewegung und Neubestimmung. Die Werke thematisieren die Spannung zwischen individueller Erfahrung und institutioneller Erfassung – zwischen dem Menschen und seinem dokumentierten Abbild.

Durch die Verwendung realer Dokumente entsteht eine unmittelbare Nähe zu den dargestellten Biografien, ohne diese vollständig preiszugeben. Die Personen bleiben präsent, aber fragmentiert – sichtbar und zugleich entzogen. Gerade in dieser Ambivalenz entfaltet die Arbeit ihre zentrale Aussage über Identität im Kontext von Migration und Zugehörigkeit.

Vernissage: 19.06.2026, 19.00h
Einführung: Stephan Haller

Ausstellungsdauer: 19.06. – 12.07.2026
Öffnungszeiten: Fr 18.00-19.30 / So14.00-16.00