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Autor: AD

September/Oktober 2026

September/Oktober 2026

20 Jahre — 200 Positionen zur Kunst
Jubiläumsausstellung

Jeden 3. Freitag im Monat öffnet der Kunstraum j3fm die Vernissagen-Tür und lädt auf großzügigen 12 Quadratmetern zur Ausstellungseröffnung: Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, Grafik, Video, Performance …
200 Ausstellungen in den vergangenen 20 Jahren bedeuten auch die unterschiedlichsten Perspektiven und Positionen zur Kunst.
Die Jahresgaben unserer Künstlerinnen und Künstler füllen in einer großen Übersichtsschau die Wände unserer Galerie.
Mit der Vernissage dieser Ausstellung lädt j3fm zugleich zur großen Geburtstagsfeier ein.

Freitag, 18. September 2026
Los geht’s um 16.30 Uhr mit einer Kunst-Mitmachaktion für Groß und Klein. Das Künstlerpaar Reichardt/
Ragone präsentiert „Die mobile Druckwerkstatt“.
17.00 Uhr: Soloimprovisationen von Ulli Orth und Performance von j3fm, Grußworte von Susanne Stucke, Bezirksrätin, und Swantje Michaelsen, MdB.
18.00 Uhr: Festvortrag von Dr. Ute Maasberg mit anschließender Eröffnung der Ausstellung.
In den Abend hinein kunstvolles Feiern bei Musik, kleinen Gaumenfreuden und Wein!

Ausstellungsdauer:
18.9.–11.10.2026
Öffnungszeiten:
Freitag 18.00–19.30 Uhr
Sonntag 14.00–16.00 Uhr

Gefördert vom Bezirksrat Vahrenwald–List und dem Kulturbüro der Stadt Hannover

August/September 2026

August/September 2026

Rolf Blume: “FORM folgt der FORM“
Objekte + Assemblagen

Sie sind merkwürdig hybrid – ein Spiel mit dem Vertrauten, schon irgendwie Bekannten und gleichzeitig ein Moment der Verfremdung. In der Regel sind die Ausgangsmaterialien banal – Massenprodukte! Jeder kennt sie; erkennt sie hier auf Umwegen wieder. En Prozess des Ästhetischen!
Ein neuer Zusammenhang wird begründet – Dinge des Staunens und des Nicht-Begreifen-Könnens, wie Kurt Schwitters einmal sagte.
Ein tatsächlicher Mehrwert, dem man mit Recht das Prädikat „poetisch“ zubilligen könnte! Eine Art der Synthese, des Zusammenbringens von Verschiedenem, eigentlich nicht direkt Zusammengehörigen. Konstruktion und Destruktion sind dasselbe, die Form folgt der Form.
(Giso Westing, Auszug aus Katalog-Text, 2023)

Nachdem Rolf Blume bereits 2008 und 2010 bei j3fm beeindruckende Arbeiten gezeigt hat, erhält er nun anlässlich der aktuellen Ausstellung den Preis der j3fm-Vorstandsjury.

Vernissage: 21.8.2026   19.00 Uhr
Einführung: Giso Westing, Maler und Kunsttheoretiker Hannover
Ausstellungsdauer: 21.8. – 13.9.2026
Öffnungszeiten:
Freitag  18.00-19.30
Sonntag 14.00-16.00

Am Zinnoberwochenende (5.9./6.9.2026) ist die Ausstellung von 12.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.
Verleihung des Kunstpreises der j3fm-Vorstands-Jury 2026
Samstag, 05.09.2026, 17 Uhr
Alle sind herzlich auf ein Glas Sekt eingeladen!

Juni/Juli 2026

Juni/Juli 2026

Timo Hinkelmann – MADE IN …

In der Werkreihe „MADE IN …“ setze ich mich mit Fragen von Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit auseinander. Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Personalausweise von Menschen mit Migrationserfahrung – Dokumente, die normalerweise als offizieller Nachweis von Existenz, Herkunft und persönlicher Identität fungieren.

Die Ausweisfragmente werden collageartig in großformatige Leinwände eingearbeitet und mit Spachtelmasse, Farbschichten und monochromen weißen Überlagerungen verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, in denen Sichtbarkeit und Verdeckung permanent miteinander konkurrieren. Einzelne Details – Fotografien, Nummern, Namen oder Strukturen – treten hervor und verschwinden zugleich wieder im Material.

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Spurenträger. Der Personalausweis erscheint dabei nicht nur als bürokratisches Dokument, sondern als Symbol für Anerkennung, Kontrolle, Erinnerung und Zugehörigkeit. Durch die teilweise Überdeckung verlieren die Dokumente ihre ursprüngliche Funktion der eindeutigen Identifikation und verwandeln sich in fragile Fragmente persönlicher Geschichte.

Das Weiß der Arbeiten kann dabei unterschiedliche Zustände markieren: Schutzraum und Leerstelle, Auslöschung und Neubeginn, Unsichtbarkeit und Projektion. Die materiellen Schichtungen verweisen auf Prozesse des Ankommens, der Anpassung und der permanenten Aushandlung von Identität innerhalb gesellschaftlicher Räume.

„MADE IN …“ hinterfragt Herkunft nicht als feste Zuschreibung, sondern als komplexen, oft widersprüchlichen Zustand zwischen Erinnerung, Bewegung und Neubestimmung. Die Werke thematisieren die Spannung zwischen individueller Erfahrung und institutioneller Erfassung – zwischen dem Menschen und seinem dokumentierten Abbild.

Durch die Verwendung realer Dokumente entsteht eine unmittelbare Nähe zu den dargestellten Biografien, ohne diese vollständig preiszugeben. Die Personen bleiben präsent, aber fragmentiert – sichtbar und zugleich entzogen. Gerade in dieser Ambivalenz entfaltet die Arbeit ihre zentrale Aussage über Identität im Kontext von Migration und Zugehörigkeit.

Vernissage: 19.06.2026, 19.00h
Einführung: Stephan Haller

Ausstellungsdauer: 19.06. – 12.07.2026
Öffnungszeiten: Fr 18.00-19.30 / So14.00-16.00

Mai/Juni 2026

Mai/Juni 2026

Elke Lückener: stabil ≈ fragil 

Es geht um die scheinbaren Gegensätze Stabilität und Fragilität.

Stabilität meint beispielsweise, dass trotz innerer oder äußerer Einflüsse etwas im Gleichgewicht bleibt, umgangssprachlich oft als Resilienz beschrieben.
Fragilität hingegen bezeichnet die Anfälligkeit eines Zustands gegenüber Störungen, etwas ist verletzlich und kann durch kleine Einflüsse beeinträchtigt werden.

Beide Zustände interessieren mich, es scheint mir so zu sein, dass sie sich nicht ausschließen, sondern bedingen – so, als seien sie in einer Art dialektischen Beziehung. Fragilität ist nicht nur ein zerbrechlicher Zustand, sondern hat auch das Potenzial für einen Umbruch, weil sich Grenzen auflösen und wäre Stabilität etwas ausschließlich Starres, zerbräche sie schnell.

Es geht in dieser Ausstellung um dieses Wechselspiel zwischen stabil und fragil. Das Material Papier inszeniert dies sehr gut.
Es steht für beide Zustände gleichermaßen, ist fest, starr, schützt und ist zugleich zart und schnell zerstört.
Hier sehen wir Arbeiten auf und aus Papier – Häuser – Symbole für Sicherheit, festen Boden, Schutz und Stabilität. Sie hängen locker an der Wand, scheinen ohne festen Boden zu schweben. Häuser aus einem Papierdrahtgeflecht stehen auf festem Grund, wirken aber doch zerbrechlich, verbogen, mitgenommen.
Die in der Luft hängenden und gestrandeten Boote sind aus der Rinde des Maulbeerbaumes geformt. Boote stehen für Beweglichkeit, sind aber doch stark den gefahren eines schwankenden Grundes ausgesetzt.

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Papier, selbst hergestelltem Papier, geschreddert, gekocht, gepresst oder ausgewrungen. Ich falte, knicke, biege, stecke gefundenes Papier zu Objekten und Bilder – ich lote die Balance zwischen stabil und filigran sehr gerne aus. Außerdem liebe ich es, es zu zerstoßen, zu prägen, zu prickeln, zu stechen und zu schneiden – also es zu verletzten solange wie es standhält – und das tut es immer. Ich bewegen mich gerne auf dieser grenze zwischen Verletzlichkeit und Festigkeit.

Vernissage: 15.5.2026   19.00 Uhr

Einführung: Ulli Kowalke
Ausstellungsdauer: 15.5. – 14.6.2026
Öffnungszeiten: Freitag 18.00-19.30  Sonntag 14.00-16.00

März/April 2026

März/April 2026

Jens Thomas: Abstract Jazz

Collagen/Schichtungen

Jens Thomas ist in erster Linie Musiker. Er hat Jazzklavier studiert und ist seit vielen Jahren mit dem Schauspieler Matthias Brandt und ihren gemeinsam kreierten Wort-Musik-Collagen auf den Bühnen der Republik zu erleben. Auch in anderen Projekten beschäftigt sich Thomas mit der Collage. Das von ihm gestaltete Plattencover seines Soloalbums „Neil Young Collage“ ist ein Palimpsest aus den Songtexten, die Musik eine Schichtung von Klavierklängen und Gesängen. In seinem Buch „Zuhören!“ wiederum beschreibt er das „Herumbasteln“ (Bricolage) mit verschiedenen Ebenen des Bewusstseins, als Grundlage eines „Erwartungsfreien Hörens“.

Jenseits dessen fließt aber noch ein anderer Strom, der bei j3fm zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Jens Thomas schichtet in monatelangen Prozessen Farben auf Leinwände und Papier, entfernt sie wieder durch Abkratzen, Abziehen, um sie dann erneut auf den Grund aufzutragen. Alle Werke entstehen, wie in seiner Musik, durch Improvisation. Die Bilder sind inhaltlich mit Songs und Kompositionen des Musikers Jens Thomas verknüpft. Klang wird sichtbar: Abstract Jazz.

Vernissage: 20. März 2026, 19 Uhr

Laudator: Bert Strebe
Ausstellungsdauer: 20.3.2026 – 12.4.2026

Öffnungszeiten: Fr 18-19.30 und So 14-16