Durchsuchen nach
Kategorie: malerei

April/Mai 2016

April/Mai 2016

 

Harriet Sablatnig: Die dunkle Seite des Mondes
Malerei und Zeichnung

Einführung Vera Burmester
Den Bildern der hannoverschen Künstlerin Harriet Sablatnig wohnt eine geheimisvolle aber auch vertraute Unheimlichkeit inne, so etwas wie die als Kind empfundene Angst in der Dunkelheit und dieses unendlich erscheinende Schweigen in großen, kaum überschaubaren Räumen.
Die Künstlerin führt uns wieder hinein in eine Parallelwelt, die uns nicht ohne Gefahr betretbar erschien. Diese Tag- und Nachttraumszenerien aber erhielten durch rettende Anwesenheit eines Tieres jene sanfte Hoffnung, dass ein wahrer Schutzheiliger ein Kind vor allem Bösen zu bewahren vermag.
Sablatnigs Zeichnung „Der Bär“ spiegelt diese Situation. Schützend legt das große Tier mit seinem in warmen Rot gezeichneten zotteligen Fell, den Arm um das in eine  Fantasieuniform gekleidete Mädchen. Diese sympathische Tier holt das Kind wieder in die Realität. Gleichzeitig wird mit seiner Anwesenheit deutlich, dass es eine Lücke füllt: die eines abwesendes Menschen oder fehlende Menschlichkeit.
Sablatnig kritisiert nicht die Welt der Erwachsenen, stattdessen sie arbeitet  Themen wie Einsamkeitserfahrungen, Flucht, Vertreibung, Isolation in ihren Landkartenbildern als klangreiche Kombinationen aus Wort und Bild heraus. Diese comicartigen Zeichnungen geben sich geheimnisvoll, ganz im Sinn der amerikanischen Psychiaterin Gail Saltz, die das Geheimnis als einen sicheren Hafen bezeichnet, einen der die Freiheit erlaube herauszufinden, wer wir wirklich sind.

Vernissage: Freitag, 15.4.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.4.2016 bis 15.5.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

März/April 2016

März/April 2016

 

Christa Shelbaia: Malerei 2015/16

Christa Shelbaia hat einfach alles, was gute Malerei heute ausmacht, Wandlungsfähigkeit, einen unglaublich lässigen und dabei exakten Pinselschwung, eine sehr gute Kenntnis der Kunstgeschichte und vor allem ist sie voller Humor und Selbstironie.
Dass Sie Lust am Malen hat, erschließt sich sofort und man wird neugierig,
die Souveränität und die Frische ihrer Deutungen aus der Nähe nachzuvollziehen.
In ihren figurativ gegenständlichen Bildern, von denen die meisten eigens für diese Ausstellung entstanden sind, findet sie zu einer Leichtigkeit und Brillanz, Klassisches mit Populärem zu verknüpfen.
Christa Shelbaia bewundert die Alten Meister und dennoch sind ihre Bilder ein Kommentar zu unserer Zeit, auch zu unserer Flüchtigkeit und der Sehnsucht, mehr die Unmittelbarkeit der Gefühle zuzulassen.
Ihre Arbeitsweise erklärt sie folgendermaßen: „Du betrachtest, fühlst und sortierst, und so musst Du nur aufmerksam der Malerei folgen.“

Vernissage: Freitag, 18.3.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 18.3.2016 bis 10.4.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

 

november/dezember 2015

november/dezember 2015

 

 

margitta abels: floral
malerei
einführung: giso westing

blumenbilder, vor allem stillleben mit blumen, das sind nicht nur bildnerische laboratorien für die farbexperimente der  maler des impressionismus.
die minutiöse wirklichkeitserfassung, die beobachtung der spezifischen lichtverhältnisse und das interesse an der widerspiegelung atmosphärischer phänomene, interessiert bis heute auch zeitgenössische künstlerinnen und künstler wie margitta abels.
sie gewährt uns einen einblick in die mehrdeutigkeit von realität, in den engen zusammenhang von nah- und fernsicht, von mikro- und makrokosmos, der die grenzen
zwischen realismus und abstraktion mitunter verschwimmen lässt. wie sich mit minimalistischen mitteln objekte der natur zum immateriellen, scheinbaren, ungreifbaren
weiterentwickeln lassen, das interessiert die künstlerin dabei ebenso wie die mehrdeutigkeit von realität.
es ist eine malerei ohne große gesten, sondern eine der stille, der prägnanz und der schönheit, in der uns bruchstücke der alltagswirklichkeit begegnen und dabei
anstöße dazu geben, auch den kleinen dingen der welt zuzuhören, sie zu betrachten und über ihre innere struktur nachzudenken.

vernissage: freitag, 20.11.2015, 19.00 uhr
ausstellungsdauer: 20.11.2015 bis 13.12.2015
öffnungszeiten: freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

 

 

oktober/november 2015

oktober/november 2015

 

kay dettmer: la strada.
bilder aus blei.

einführung: claudia schuh

kay dettmer widmet sich in dieser ausstellung einem der ältesten gebrauchsmetalle, dem blei. blei, das in der alchemie an der untersten stufe zum goldgewinnungsprozess stand, wurde bereits in der antike für votivgaben und amulette, im mittelalter in der sakralkunst verwendet. als  material wurde es von der kunst erst in den 1960er jahren wiederentdeckt.
kay dettmer offenbart in la strada seine vorliebe für die metallische oberfläche des
bleiblechs, seine enorme haltbarkeit, verformbarkeit und die vielfalt der nuancen in grau. in unterschiedlichen arbeitsschritten werden die oberflächen in sich wandelnde zustände gebracht. durch schaben, kratzen, mit politur, dem auftragen und entfernen von farbe schafft der künstler haptische flächen, die die see suggerieren, ein meer, das still und bleiern daliegt oder sich in bewegter form wie flüssiges metall ins endlose erstreckt. diese bilder aus metall haben keinen horizont, kein ende. es sind seestücke im wahrsten sinne.

vernissage: freitag, 16.102015, 19.00 uhr
ausstellungsdauer: 16.10.2015 bis 15.11.2015
öffnungszeiten: freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

august/september 2015

august/september 2015

 

ingo lehnhof: dicht
malerei

ingo lehnhof ist ein provokateur, ein maler, zeichner und illustrator, der sich ohne kompromisse dem menschen und seinem körper widmet. er ist ein virtuoser, auch ein erbarmungslos kritisch-realistischer maler, der sein talent immer wieder einsetzt, um die sinnliche erfassung des bewegten körpers, der bewegten physiognomie zwischen licht und schatten abzubilden. lehnhofs selbstinszenierungen des körpers und antlitzes haben nichts autobiographisches, sie teilen nichts von ihm persönlich mit, sondern sind als stellvertreter für uns alle zu sehen. die fülle der gesichtsfalten in seinem „deutschlandbild“ gleicht mit seinem wellen- und knautschzonen, den schwellformen und dem mäandern der gesichtslinien, einem weit verzweigten flussdelta von oben betrachtet. das gesicht ist bewegte landschaft und offenbart uns die zerbrechlichkeit der oberfläche, letztlich auch die auflösung des ichs.
ganz eindeutig aber ist die botschaft seiner bilder nie. man sieht, dass da einer den fragen und zweifeln, die ihn quälen, gestalt gibt. manchmal öffnen sich die bilder ins unheimliche. eine irrlichternde utopie bricht herein, ein namenloses jenseits, ausgeleuchtet von einem licht, das sich gerne jede unebenheit sucht.
lehnhoff will mit kunst etwas bewusst machen, fragen stellen, auch mit irritationen dinge und vorgänge fragwürdig erscheinen lassen. diese funktion der bildenden kunst, mit ihren spezifischen mitteln, sowohl das alltags- als auch das weltgeschehen hinterfragen zu können, nutzt lehnhof. ob es nun allegorien sind oder selbstinszenierungen. alles, was dem mittel dient, ein spießiges, verlogenes milieu zu kritisieren und ins exemplarische vorzustoßen, sei es die mentalität zwischen kleinmut und größenwahn, seien es opportunismus und verstrickung, das interessiert ihn.

ausstellungsdauer: 21. 8 – 13. 9.2015
eröffnung: 21.8.2015, 19.00 Uhr
öffnungszeiten:
freitags 19-20.30 Uhr
sonntags 14 – 16 Uhr

 Sondertermin am 5.September 2015 um 18.30 Uhr:
Verleihung des Kunstpreises der j3fm Vorstandsjury an Ingo Lehnhof.
(Zinnober-Wochenende)