Juni/Juli 2016

Juni/Juli 2016

Open End

Nachlese:

Sylwia Jankowski: Open End

Glatte Wandflächen, rechte Winkel – ein orthogonaler Raum. In einer Galerie ist er lediglich zweckgebundene Hülle für die präsentierten Kunstwerke. Sylwia Jankowski macht die Dreidimensionalität selbst zur Kunst, indem sie unseren Fokus darauf lenkt. Gedanklich zerschneidet sie den Raum in senkrechte und waagerechte Ebenen und „zeichnet“ jeweils eine dieser Flächen mithilfe von Rohren in ihren Konturen nach. Ins Kippen gebracht, hebeln sie den realen Raum quasi aus den Angeln. Und er dehnt sich aus, und zwar nach innen. Das Prinzip der senkrecht zueinander gestellten Flächen setzt sich im kleineren Maßstab immer weiter fort. Das Auge erfasst die Fortsetzung des Räumlichen und dennoch ist das Innen und das Außen nicht mehr eindeutig zu definieren. Es scheint, als würde sich der Raum immer mehr verdichten, je kleiner er wird. Der Besucher kann die Installation begehen und die Dimensionen erspüren.

 Vernissage: Freitag, 17.6.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 17.6.2016 bis 10.7.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

Mai/Juni 2016

Mai/Juni 2016

 

A.Kühn_Datura II a

Alexander Kühn: Luftschlösser
Lichtbilder

Luftschlösser bauen, für Sigmund Freud war das eine Fortsetzung des kindlichen Spiels. Anstatt zu spielen, phantasiert der junge Mensch in Tagträumen. Diese Luftschlossphantasien lassen selbst ältere Generationen gedanklich fliegen.

Luftschlösser – das sind Zufluchtsorte, Illusionen und ebenso Sinnestäuschungen, die Alexander Kühn in Lichtbildern als Silhouetten fließender Landschaften im Sinne von fixierten Schatten festhält. Die dunklen Raumlandschaften bergen Andeutungen städtischer Silhouetten, über denen sich weite, dramatisch inszenierte Himmelsbilder aufbauen.

Alexander Kühn führt den Betrachter mit dieser Serie zurück in die Ursprünge der Fotografie, des Lichtbildes. Das Magische der Erscheinungen, das ganze Irrlichtern der Fotografie mit seinen vielseitigen technischen Experimenten sucht hier in den Feinheiten des Lichtspiels, den Licht- und Schattengrenzen, Flächen, Linien und Mustern ein neues Gleichgewicht.

Gegenübergestellt sind diesen fast scherenschnittartigen Landschaften Fotografien von Blüten der Engelstrompete. Diese Serie „Datura“ fasziniert nicht nur durch die wunderbare Konstruktionen des Pflanzlichen als natürliche Ordnung. Für Kühn sind sie Sinnbilder für den Übergang vom Leben zum  vermeintlichen Tod.

 Vernissage: Freitag, 20.5.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 20.5.2016 bis 12.6.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

April/Mai 2016

April/Mai 2016

 

Harriet Sablatnig: Die dunkle Seite des Mondes
Malerei und Zeichnung

Einführung Vera Burmester
Den Bildern der hannoverschen Künstlerin Harriet Sablatnig wohnt eine geheimisvolle aber auch vertraute Unheimlichkeit inne, so etwas wie die als Kind empfundene Angst in der Dunkelheit und dieses unendlich erscheinende Schweigen in großen, kaum überschaubaren Räumen.
Die Künstlerin führt uns wieder hinein in eine Parallelwelt, die uns nicht ohne Gefahr betretbar erschien. Diese Tag- und Nachttraumszenerien aber erhielten durch rettende Anwesenheit eines Tieres jene sanfte Hoffnung, dass ein wahrer Schutzheiliger ein Kind vor allem Bösen zu bewahren vermag.
Sablatnigs Zeichnung „Der Bär“ spiegelt diese Situation. Schützend legt das große Tier mit seinem in warmen Rot gezeichneten zotteligen Fell, den Arm um das in eine  Fantasieuniform gekleidete Mädchen. Diese sympathische Tier holt das Kind wieder in die Realität. Gleichzeitig wird mit seiner Anwesenheit deutlich, dass es eine Lücke füllt: die eines abwesendes Menschen oder fehlende Menschlichkeit.
Sablatnig kritisiert nicht die Welt der Erwachsenen, stattdessen sie arbeitet  Themen wie Einsamkeitserfahrungen, Flucht, Vertreibung, Isolation in ihren Landkartenbildern als klangreiche Kombinationen aus Wort und Bild heraus. Diese comicartigen Zeichnungen geben sich geheimnisvoll, ganz im Sinn der amerikanischen Psychiaterin Gail Saltz, die das Geheimnis als einen sicheren Hafen bezeichnet, einen der die Freiheit erlaube herauszufinden, wer wir wirklich sind.

Vernissage: Freitag, 15.4.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.4.2016 bis 15.5.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

März/April 2016

März/April 2016

 

Christa Shelbaia: Malerei 2015/16

Christa Shelbaia hat einfach alles, was gute Malerei heute ausmacht, Wandlungsfähigkeit, einen unglaublich lässigen und dabei exakten Pinselschwung, eine sehr gute Kenntnis der Kunstgeschichte und vor allem ist sie voller Humor und Selbstironie.
Dass Sie Lust am Malen hat, erschließt sich sofort und man wird neugierig,
die Souveränität und die Frische ihrer Deutungen aus der Nähe nachzuvollziehen.
In ihren figurativ gegenständlichen Bildern, von denen die meisten eigens für diese Ausstellung entstanden sind, findet sie zu einer Leichtigkeit und Brillanz, Klassisches mit Populärem zu verknüpfen.
Christa Shelbaia bewundert die Alten Meister und dennoch sind ihre Bilder ein Kommentar zu unserer Zeit, auch zu unserer Flüchtigkeit und der Sehnsucht, mehr die Unmittelbarkeit der Gefühle zuzulassen.
Ihre Arbeitsweise erklärt sie folgendermaßen: „Du betrachtest, fühlst und sortierst, und so musst Du nur aufmerksam der Malerei folgen.“

Vernissage: Freitag, 18.3.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 18.3.2016 bis 10.4.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.

 

Februar/März 2016

Februar/März 2016

croque_mini

 

Elke Lennartz: Objekte

Das industriell gefertigte Material Kunststoff ist in Deutschland bereits seit 100 Jahren im Einsatz. Bereits in den 20er Jahren beschäftigten sich Künstler, Designer und Architekten  ästhetischen Objektcharakter des Plastiks.  Der Charakter der seriellen und rationell-industriellen Formstoffs interessiert die Künstlerin Elke Lennartz bereits seit über zehn Jahren. Industrielle Abfallprodukte wie zum Beispiel gerasterte Stanzformen aus Kunststoff sind ihre Arbeitsgrundlage. Diese werden zurechtgeschnitten, deformiert, verbogen und so optisch für den Betrachter durch einen Überzug aus Gazestoff und Farbe immer weiter verfremdet und manipuliert.
Waren die Formen in den Anfängen ähnlich dem indifferenten Elementarcharakter des Kunststoffs amorph, so änderte Elke Lennartz den konstruktiven Aufbau ihrer Objekte hin zu klar strukturierten und abstrakt reduzierten Formen.  Dabei spielt sie auch mit dem spezifischen Gewicht ihrer Objekte. Das, was dem Auge Schwere suggeriert, erweist sich im Widerspruch zum Augenschein als federleicht.
Mit der Zerlegung von Strukturen und der Faszination stärker über die Zwischenräume von Objekten, Transformationen und Produktionsprozesse nachzudenken, gelingt es Elke Lennartz mit einfachen Mitteln die Dingwelt ad absurdum zu führen.

Vernissage: Freitag, 19.2.2016, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 19.2.2016 bis 13.3.2016
Öffnungszeiten: Freitags 19.00 bis 20.30 Uhr
Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr.