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Kategorie: zeichnungen

September/Oktober 2022

September/Oktober 2022

Kathrin Schwarz: Die Verwirrung des Richtigen

Grafik/Malerei/Skulptur

Was für erstaunliche Geschichten erzählt Kathrin Schwarz in ihren Bildern!
Genauer gesagt: Es sind Momentaufnahmen aus Geschichten, deren Fortgang und Vorgeschichte wir selbst erahnen.
Auf einem Hintergrund eines bewegten Meeres aus schwarzen Punkten stehen vertraute Formen –
Bäume, Häuser, Wolken. Doch dann kommt die Verwirrung: Wer sitzt da im Vogelnest? Warum stehen
diese Hasen an den Bäumen, was entspringt diesen Vögelköpfen dort?
So zeigt sich Kathrin Schwarz in ihren so sanft und freundlich erscheinenden Bildern als
Stifterin von Erstaunen, Verwirrung sogar.
Kathrin Schwarz hat in Greifswald und Halle Kunst studiert. Seit 2017 lebt und arbeitet sie in Hemmingen.

Vernissage: Freitag, 16.09.2022   um 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 16.09. – 16-10.2022
Öffnungszeiten:
freitags  19.00-20.30
sonntag 14.00-16.00

August/September 2022

August/September 2022

Güde Renken: go for a walk

Kann man Gassi gehen ohne Hund? Ja, Güde Renken kann. Auf ihrem täglichen Weg durch die Umgebung begegnet der Braunschweiger Künstlerin allerlei. In ihren kleinteiligen Zeichnungen migrieren Formen vom Rande ihres Spazierweges direkt aus dem Leben in die Kunst. In ihren feinsinnigen Beobachtungen erstreckt sich der Moment des Erzählens genau in den Moment des Erlebens. Alltag ist in ihren Arbeiten keine Füllmasse, sondern die Faszination liegt woanders, im realen Leben, in dem, was wir heute gerne authentisch nennen. Leben, wie geht das heute? Wie das Leben so spielt, eben. Kunst braucht eine gewisse Art der Absichtslosigkeit, um das offensichtlich Sichtbare zu sehen, wieder zu sehen. Wir beschäftigen uns heute mit Ereignissen, von denen wir wissen, dass sie real sind, selbst dann, wenn wir sie nicht erleben. Es ist als würden zwischen uns und dem Leben ein Medium stehen und das, was geschieht, betrachten wir nur aus der sicheren Entfernung.

In den Zeichnungen, Malereien und Objekten aber holt Güde Renken das Verborgene auf Papier und auf die Leinwand und entfaltet dabei eine spielerische dadaistische Kraft. Der vorschnelle Triumph der Kunstfertigkeit, die Perfektion, ist bei ihr nebensächlich. Die aus Leinwandresten zusammengenähten langohrigen Winzlinge, überzogen mit weißer Farbe, werden nicht zu Schneehasen, sie werden aus ihrer Erstarrung erlöst und entfalten durch ihre Ästhetik der Gegensatzpaare wie Ordnung und Unordnung, Gewolltem und Zufälligen einen Spielraum für das Unbestimmte: Alchemie der Natur steht der Alchemie der Reproduktion gegenüber und ermuntert uns Illusion, Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit zu erforschen. Fast ist es, als entwickelt Güde Renken eine Methode des Umherschweifens, lässt uns beim Rausgehen ohne Ziel den Moment zwischen dem Unbestimmten und dem Bestimmten aufschnappen: eine Blüte, ein Grasbüschel, Kräuter, eine Wiese, eine Pflanze im Gras. Es ist, als gäbe uns die Künstlerin eine behutsame und unkomplizierte Anleitung zur Wahrnehmung und sie zeigt uns, wie wichtig es ist beim Umherschweifen kleinteilig vorzugehen, minutiös mit dem Raum in den Kontakt zu treten, immer wieder stehen zu bleiben, sich irrealen Nachforschungen hinzugeben. So können wir um den Körper, den Raum, die Stadt, die Landschaft wieder das Unbewusste miteinander in Kommunikation treten lassen.

Güde Renken studierte Kunsttherapie, Kunstpädagogik und freie Kunst an der Freie Kunststudien-stätte Ottersberg FU. Sie war als Kunst- uns Theaterpädagogin in Braunschweig tätig. Seit 2002 lebt und arbeitet sie in Braunschweig ausschließlich als freischaffende Künstlerin.

Am Samstag, den 3.9. um 17.30 erhält Güde Renken den Preis der j3fm-Vorstandsjury 2022.

Eröffnung:  Freitag, 19.8.2022
Ausstellungsdauer   19.8.- 11.9.22
Öffnungszeiten:   freitags  19.00-20.30
sonntags 14.00 -16.00

Mai/Juni 2021

Mai/Juni 2021

Anna Hita: Tabu
Zeichnung, Objekte und Video

Finissage: Sonntag, 13.6.2021    15.00-16.00 Uhr

(Bitte um Beachtung der AHA-Regeln)
Im jungen Werk der iranisch-deutschen Künstlerin ANNA HITA spielen Körper die zentrale Rolle, die Bedingungen von Haltung, Identität und Look. Schmerz und Erotik liegen nah beieinander, dazu die Vergänglichkeit der Dinge. Sie wechselte als Jugendliche das Land, die Religion, die Wissensgebiete, die Kultur. Früh begriff ANNA HITA, dass sich die Konstitution des Selbst nicht von der Produktion von Bedeutung trennen lassen kann.

Die Sprache des dauerhaften Exils, frei von den Erinnerungen des traumatisierten Körpers und den Sprachen ihrer Kindheit, nimmt sie zum Anlass, uns in kleinen Sequenzen Einblick zu gewähren in die Verletzlichkeit des Menschen. Es ist nicht die Darstellung des angenehm Unangenehmen, was die Grenze überschreitet. Es ist die Ambivalenz des Körperlichen selbst: Die Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Privatem und Öffentlichen, Verhüllen und Aufdecken. Jede Kultur produziert dazu ihre eigene Sprache und ihre Bilder.

In den winzig-zarten Gesten der figurativen Tuschezeichnungen, den überschriebenen Körperabgüssen aus Gips und einem Animationsvideo offenbart ANNA HITA die vitale Kraft der Verbindung und Erweiterung der reichen Tradition persischer und westlicher Bildsprachen.

ANNA HITA ist 1968 in Teheran geboren und glücklich aufgewachsen im Ran der 1970er Jahre. Mit 19 Jahren hat sie nach der Revolution das Land verlassen und lebt seitdem in Deutschland. Studiert hat ANNA HITA zuerst Diplom Textildesign an der Fachhochschule Hannover. Seit ihrem zweiten Abschluss in Bachelor of Arts in Szenografie-Kostüm-Experimentelle Gestaltung der Hochschule Hannover University of Applied Science and Arts arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Hannover.

Ausstellung vom 21.05.2021 bis 13.06.2021
Die Ausstellung ist ganztägig durch das große Schaufenster zu sehen. Für einen persönlichen Kontakt unter Einhaltung der bekannten Hygienebedingungen ist die Künstlerin freitags von 19.00 bis 20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr anwesend.

Einen Rundgang durch die Ausstellung und Erläuterungen der Künstlerin zu ihrer Arbeit finden Sie hier
in einem Video auf youtube.

März/April 2021

März/April 2021

Malte Wulf: Stadtspaziergänge

Zeichnungen

Ausstellung  vom 19.März bis 11. April 2021 Verlängert bis  16.5.2021!
Die üblichen Präsenzzeiten des Künstlers entfallen ab dem 11.4.
Eine Kontaktaufnahme ist aber weiterhin unter malte@stadtzeichner.de möglich.

„Ich möchte beim Ersten Blick verweilen. Ich möchte den Ersten Blick auf die Stadt, in der ich lebe, gewinnen oder wiederfinden…“, notiert Franz Hessel in seinem 1929 erschienenen „Spazieren in Berlin“. Langsam durch belebte Straßen gehen oder radeln, ihre Veränderung spüren und sich um die Zukunft seiner Stadt kümmern, das treibt Malte Wulf um, Zeichner und Architekt, Stadtzeichner eben. Sehen Lernen ist eine der wichtigen Aufgaben im Studium der Kunst und Architektur. Doch anders als in den Ansichten, Iso- und Axonometrien eines seiner Bauprojekte und konträr zu den feinen Federzeichnungen und aquarellierten Stadtansichten als traditionelle Darstellungstechnik von Architekten, wählt Malte Wulf für seine Arbeiten die spontane Geste. Die Tiefe seiner Stadtansichten entsteht natürlich durch die Perspektive, durch Farben und durch Details, die Frage, wo man viele Details setzt, wo man wenig Details lässt oder wo man es sehr unscharf gestaltet, so Malte Wulf.

„Stift raus und los“, das ist Motto des Stadtzeichners: Das alte Rathaus an der Kreuzung Marktstraße, Eintauchen in die Limmerstraße oder die Lister Straße, mal kurz während der Büropause eingefangen. Das Skizzenbuch und einen Stift hat er immer dabei. Der Stadtzeichner Malte Wulf ist viel unterwegs, mit schönem Schwung über die Brücke, ein Blick auf das Wasser, die Tiefe des Raumes einer Straße erfassend, den Platz als Bad in der wilden Menge, die munteren Bewegungen der Passanten ebenso einfangend wie das blinkende Farbspektrum der Ampeln, das Kreuz und Quer der Straßenschilder. Es ist, als tönt aus den Zeichnungen ein orchestrales Nachbeben des Alltags. Architektur steht nicht im Vordergrund. Es geht Malte Wulf eher um Atmosphäre, Transformationen, Bewegungen, Farbklänge, die Rhythmik der Stadt: das Fließen und das Stagnieren im Raum.

Was es bedeutet heute die Straße und den öffentlichen Raum als Ort wiederzuentdecken, Gedanken fließen zu lassen, um draußen der geistigen und räumlichen Enge zu entkommen, auch um gesellschaftlichen Konventionen oder den pandemischen Beschränkungen zu entfliehen, das haben wir alle in diesem letzten Jahr erlebt. Um so besser ist der von Malte Wulf zitierten „biedermeierischen Rückkehr ins Private“ mit Aufmerksamkeit zu entkommen und sich mit Genuss seinen wunderbaren Stadtgeschichten hinzuwenden.

Vernissagenparty und Weintheke, das können wir im Moment nicht bieten. Die aktuellen Inzidenzzahlen und Coronaregelungen sind ja bekannt. Aber trotzdem ist die Ausstellung als Schaufensterausstellung zu genießen.
Als solche ist sie ganztägig geöffnet!

Einen Eindruck von der Ausstellung und ein Gespräch mit Malte Wulf gibt es auf youtube.

Weitere Einblicke auf dem instagram-Account des Künstlers.

Und hier der Link zu einem Bericht der HAZ:
https://m.haz.de/Nachrichten/Kultur/Region/Malte-Wulf-portraetiert-Hannover-Poesie-der-Stadt

Und wenn wir ganz optimistisch sind, dann hoffen wir auf die Möglichkeit einer Finissage.
Und wer mit dem Künstler in Kontakt treten will, Fragen oder Anmerkungen übermitteln möchte, der kann dies gern unter malte@stadtzeichner.de tun.
Januar/Februar 2021

Januar/Februar 2021

Eine Ausstellung unter besonderen Umständen:
Eine Vernissage mit Rede, Sekt und Selters gibt es nicht. Der Raum, den man sonst zum Gespräch mit dem Künstler betreten konnte, ist geschlossen.
Trotzdem wird es die erste Ausstellung im Jahr 2021 geben. Es gibt sie sogar doppelt.
Die Arbeiten von R.F. Myller werden durch unser großes Fenster gut zu sehen sein. Weil der Eindruck des Originals nicht zu ersetzen ist, möchte wir das allen sehr ans Herz legen.
Zusätzlich veröffentlichen wir  hier eine Seite mit einem virtuellen Rundgang und zusätzlichen Informationen .

R.F. Myller: 49 Portraits

R.F. Myller: Mindestens 48 Portraits

Fotos aus Zeitschriften und Magazinen bilden die Arbeitsgrundlage für den hannoverschen Künstler und Maler R.F. Myller. Hier bei j3fm sind es vor allem Frauenporträts, die ihn zu kleinteiligen Formaten inspiriert haben.
Sie folgen keiner Chronologie, keinem System, auch keinem Stil, ihre Koexistenz ist ohne Konflikt, ihre Inszenierung ist friedlich, farbig. Es ist, als gebe er den Frauen ihre Geschichte zurück, damit ihr Leben nicht vergessen wird.

15.01.2021 bis 14.02.2021
ganztägig am Schaufenster und online  hier.